Deutscher Komponist; Sohn eines Nervenarztes, studierte zusammen mit Paul Hindemith in Frankfurt am Main am Hochschen Konservatorium. Erst als er 1924 für sein Divertimento für Violine und Viola den Preis eines Musikverlages erhielt, wurde er als Komponist anerkannt; 1927 arbeitete er an der Essener Folkwangschule. 1947 kam Gerster als Professor für Komposition und späterer Direktor an die Hochschule für Musik nach Weimar und wechselte 1952 in ein Lehramt an der Leipziger Hochschule. Seine Kompositionen aus dieser Zeit sind stark ideologisch gefärbt: Eisenhüttenkombinat Ost, Der fröhliche Sünder (nach dem sowjetischen Volksstück vom Nasreddin). 1950 wurde er Mitglied der Deutschen Akademie der Künste und war seit Gründung des Verbandes Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler bis 1960 dessen Vorsitzender.
Auszeichnungen u.a.: Nationalpreis der DDR.

Leipzig, Südfriedhof
Musiker; Sohn eines Musikdirektors und Chordirigenten, von diesem frühzeitig gefördert, studierte er an der Musikvereinsschule in Brünn und anschließend am Konservatorium in Leipzig, spielte bereits in der Zeit zwischen 1923 und 1925 Bratsche im Gewandhausorchester unter Leitung von Wilhelm Furtwängler. Er wirkte vor dem Zweiten Weltkrieg an verschiedenen Orten, z.B. in Wien. Stuttgart, Freiburg, Frankfurt am Main. Nach dem Krieg war er zunächst Leiter der Oper Hannover und der Hamburger Staatsoper, wechselte dann aber als Gewandhauskapellmeister nach Leipzig. Zwischen 1953 und 1955 wirkte er gleichzeitig noch als Chefdirigent der Staatsoper in Dresden und wurde ab 1955 zusätzlich zum Generalmusikdirektor und Chefdirigenten der ostdeutschen Staatsoper in Berlin berufen. Durch seine zahlreichen Auslandsreisen wurde er international bekannt und zum “Aushängeschild" der DDR. Er starb auf einer Konzertreise in Jugoslawien während der Proben zu Beethovens Missa Solemnis.


Deutscher Komponist; der Sohn eines Gymnasiallehrers studierte in Köln und München u.a. bei Franz Lachner, Ferdinand von Hiller und Josef Rheinberger. 1881 und 1882 war er in Bayreuth der Assistent Richard Wagners, den er 1879 in Neapel kennengelernt hatte und dessen Theorien seine Musik beeinflußten und dessen Musikdramatik er ins Volkstümliche wandelte. Wagner selbst übernahm eine Passage aus Humperdincks Feder in die Partitur seines Parsifal (1982). Bevor Humperdinck von 1885 bis 1887 am Konservatorium von Barcelona unterrichtete und von ab 1890 am Dr. Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main lehrte, war er Lehrer von Wagners Sohn Siegfried. Sein bekanntestes Werk ist die Märchenoper Hänsel und Gretel, die 1893 in Weimar uraufgeführt wurde. Weitere Bühnenwerke sind das Musikdrama Die Königskinder (1897) und die komische Oper Die Heirat wider Willen (1905). Außerdem schuf er ab 1905 Theatermusiken für Max Reinhardts Deutsches Theater in Berlin, u.a. zu Aristophanes’ Lysistrata, Maurice Maeterlincks (*1862, †1949) Blauem Vogel sowie William Shakespeares Wintermärchen, Sturm, Was ihr wollt und der Kaufmann von Venedig. Zudem komponierte er Orchesterwerke, Vokal- und Schauspielmusiken und zahlreiche Lieder.
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Jamaikanischer Rockmusiker; Sohn einer jamaikanischen Sängerin und eines englischen Offiziers; im Alter von 16 Jahren brach er die Schulausbildung ab und zog nach Kingston und arbeitete dort als Mechaniker, bevor er sich der Musik zuwandte und mit seinem Freund Livingston 1961 die Gruppe Rudeboys gründete, die 1964 in The Wailers umbenannt wurde. Marley, der als bedeutendster V
ertreter des Reggae galt, wandte sich mit seinen meist selbst verfaßten Songs gegen soziale Ungerechtigkeit und Rassendiskriminierung (I Shot The Sheriff, Them Belly Full, No Woman, No Cry). Aus seiner 1966 mit der Kubanerin Rita Anderson gingen zwei Kinder hervor. Sein Mausoleum liegt neben seinem elterlichen Wohnhaus in Nine Miles, Jamaica.
Jamaika, Nine Miles




Max von Schillings (seit 1912)

Deutscher Komponist; studierte zunächst in München Jura, dann Philosophie; in den 1890er Jahren assistierte er bei den Bayreuther Festspielen, bevor er als Dirigent und Musikpädagoge in München tätig wurde. 1903 wurde er zum Professor ernannt; zu seinen Schülern zählte u.a. Wilhelm Furtwängler. Zwischen 1908 bis 1918 bekleidete er das Amt des Generalmusikdirektors am Königlichen Hoftheater Stuttgart und von 1919 bis 1925 das des Intendant der Staatsoper Berlin. Nach diversen Auslandsreisen wurde er 1932 zum Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste gewählt und trat damit die Nachfolge Max Liebermanns an. Das Amt bekleidete er bis zu seinem Tode.
Zugleich war von Schillings, der am 1.4.1933 der NSDAP beitrat, vom März 1933 bis zu seinem Tode Intendant der Städtischen Oper in Berlin. Unter seiner Amtsführung als Präsident der Akademie wurden unangepasste und jüdische Künstler von der Akademie entfernt, so u.a. Käthe Kollwitz, Heinrich und Thomas Mann, Alfred Döblin, Max Liebermann, Franz Werfel und Jakob Wassermann. Ricarda Huch trat aus Protest wegen der Entlassung Döblin Anfang 1933 als erstes Mitglied aus der Akademie aus. Zunächst von Richard Wagner ausgehend, näherte sich von Schillings später dem französischen Impressionismus und dem italienischen Verismo, schrieb Opern, Orchester-, Kammermusik.
Werke u.a.: Mona Lisa (1915), Das Hexenlied (1904).
Frankfurt am Main, Hauptfriedhof (im Familiengrab derer von Brentanos)

Französischer Chanson-Sänger belgischer Herkunft; textete und komponierte aggressiv gesellschaftskritische und zum Teil satirische Lieder, arbeitete auch als Filmschauspieler.
Franz. Polynesien, Atuona, Insel Hiva Hoa, Marquesas,
Stahnsdorf, Südwest-Friedhof



Leipzig, Südfriedhof


Tschechischer Violinist; Sohn eines Lehrers und Direktors des Kirchenchores; studierte zunächst am Prager akademischen Gymnasium und von 1866 bis 1870 am Konservatorium das Geigenspiel. Nach dem Abitur war er von 1870 bis 1873 als Konzertmeister am Salzburger Mozarteum tätig, später in Wien, Polen und im russischen Kiew. Nach einer Augenerkrankung beendete er seine Konzerttätigkeit und lehrte von 1875 bis 1892 an der zaristischen Musikschule in Charkiw, danach 14 Jahre lang am Prager Konservatorium. 1909 kehre er nach Wien zurück und lehrte dort neun Jahre lang an der Wiener Musikakademie. Nach der Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 kehrte Ševčík, der als Begründer der tschechisch-wienerischen Geigenschule gilt, in seine Heimat zurück und wurde zum Professor des Konservatoriums ernannt. Bei ihm studierte von 1922 bis 1928 u.a. Wolfgang Schneiderhan. Ševčík führte noch mit 81 Jahren Meisterkurse u.a. in England durch.
Pisek (Tschechien, Friedhof

Omnibus salutem!