Harald Johannes David Paulsen

 

 

Deutscher Schauspieler und Regisseur; gab sein Debüt 1913 am Hamburger Stadttheater, bevor er 1915 eingezogen wurde und bis 1917 Kriegsteilnehmer war, wobei er 1917/18 am Fronttheater in Mitau (Lettland) spielte. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kam er 1919 nach Berlin an das Deutsche Theater. Aus seiner umfangreichen Theaterarbeit ist vor allem seine Mitwirkung als "Mackie Messer" an der Uraufführung Bertolt Brechts Dreigroschenoper am 31.8.1928 im Berliner Theater am Schiffbauerdamm zu nennen. 1938 übernahm er die Intendanz des Theater am Nollendorfplatz in Berlin, wo damals hauptsächlich Operetten aufgeführt wurden. Er führte auch Regie und übernahm Gesangpartien. Bis 1945 leitete er das Theater. Paulsen wirkte in über 20 Stummfilmen mit. In über 90 Tonfilmen machte er sich v.a. als Schnellsprecher einen Namen.

Filme u.a.: Der Liebling der Frauen (1921), K 13 513. Die Abenteuer eines Zehnmarkscheines (1926), Alraune (1930), Die Koffer des Herrn O.F. (1931), Ein Mädel wirbelt durch die Welt (1933), Wenn wir alle Engel wären (1936), Mordsache Holm (1938), Ich klage an (1941), Symphonie eines Lebens (1943), Dreizehn unter einem Hut (1950), Der Fall Rabanser (1950), Sensation in San Remo (1951), Briefträger Müller (1953).

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Egon Monk

 

Deutscher Schauspieler und Regisseur; aufgewachsen im Arbeitermilieu im Berliner Bezirk Wedding, nahm er nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in dem er noch als Flakhelfer herangezogen worden war, Schauspielunterricht und wurde Regieschüler bei der DEFA. Bevor er die damalige DDR 1953 verließ und von 1954 bis 1959 als freier Autor und Hörspielregisseur beim RIAS Berlin arbeitete, war er ab 1949 Mitglied in Bertolt Brechts Berliner Ensemble. 1957 ging er zum Norddeutschen Rundfunk (NDR), war zunächst in der Hörspielabteilung tätig und wurde 1960 Leiter der Abteilung Fernsehspiel. Unter ihm entstanden Fernsehklassiker wie Die Unverbesserlichen (1965-71) mit Inge Meysel, Josef Offenbach und Monika Peitsch (*1936) in den Hauptrollen, Die Gentlemen bitten zur Kasse (1966) mit Horst Tappert oder Brechts Das Leben des Galilei (1962). Von August bis Oktober 1968 übernahm er die Intendanz des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Während dieser Zeit inszenierte er mit Schillers Die Räuber eine vielbeachtete, aber auch heftig kritisierte Aufführung, ebenso wie die Inszenierung von Über den Gehorsam. Ab 1968 arbeitete Monk als freier Autor und Fernsehregisseur. Als solcher schuf er für den NDR u.a. die fünfteilige Serie Bauern, Bonzen, Bomben nach Hans Fallada (1973) oder für das ZDF den ZweiteilerDie Geschwister Oppermann (1983) nach Lion Feuchtwangers gleichnamigem Zeitroman.

Auszeichnungen u.a.: Goldene Kamera (1966).

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Sir Alfred Joseph Hitchcock (seit 1956)

 

Englischer Regisseur; jüngster Sohn eines Gemüsehändlers; nach vorzeitigem Abbruch des St. Ignatius College, einer Jesuitenschule, besuchte er Abendkurse auf der Londoner Universität und pflegte vielseitige Interessen, indem er u.a. an Handwerkskursen teilnahm, einige Monate lang Kurse an der School of Engineering and Navigation, Kurse in Technischem Zeichnen sowie in Kunstgeschichte an der Londoner Kunstakademie belegte. Außerdem besuchte er öfters das in der Nähe der St Paul's Cathedral gelegene Gerichtsgebäude “Old Bailey”, um Verhandlungen von Mordprozessen zu beobachten. 1915 wurde er Angestellter in der Firma W.T. Henley Telegraph Company, zunächst als technischer Zeichner; versetzt in die Werbeabteilung der Fabrik, die elektrische Leitungen herstellte, begann er erste Kurzgeschichten für die Betriebszeitschrift zu verfassen. 1920 bewarb er sich bei der im Londoner Stadtteil Islington neugegründeten US-amerikanischen Produktionsgesellschaft Paramount Famous Players-Lasky und erhielt eine Anstellung als Zeichner von Inserts (Zwischentiteln), wie sie bei Stummfilmen zwischen den Takes eingeblendet wurden. Ab 1922 arbeitete er bereits als Regieassistent, und bis 1925 entstanden fünf Filme mit ihm als Assistent von Regisseur Graham Cutts. 1924/25 hielt er sich in Deutschland, u.a. in Babelsberg auf und lernte Friedrich Wilhelm Murnau kennen, der gerade für die Ufa den Film Der letzte Mann drehte. Hitchcock drehte jetzt eine Reihe von Stummfilmen in England, arbeitete aber auch immer wieder einmal in Deutschland. Die erste eigenverantwortlich Arbeit als Regisseur war die englisch-deutschen Koproduktion The Pleasure Garden (1925, dt. Irrgarten der Leidenschaft), ein Kriminalfilm, der verlorengegangen ist. Das Melodram The Ring (1927) und der Kriminalfilm Blackmail (1929, dt. Erpressung), sein erster Tonfilm, zeigten bereits Hitchcocks besondere Art als Regisseur, die ihn später so sehr berühmt machte. 1934 drehte er für die Gaumont British den Thriller The Man Who Knew Too Much (dt. Der Mann, der zuviel wußte), für das er am Drehbuch mitgearbeitet hatte und der ein Publikumserfolg und von den Kritikern gelobt wurde. 1938 kam ein Vertrag mit der Produktionsgesellschaft von David O. Selznick zustande und Hitchcock wechselte nach Hollywood. Als sein erster Film dort entstand nach einer Romanvorlage von Daphne du Maurier Rebecca (1940), der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Für den Film Suspicion (1941, dt. Verdacht) arbeitete er mit Joan Fontaine (*1917, †2013) und erstmals mit Cary Grant zusammen, den er später auch zusammen mit Ingrid Bergman für Notorious (1946, dt. Berüchtigt) und To Catch a Thief (1955, dt. Über den Dächern von Nizza) mit Grace Kelly, vor die Kamera holte. Nachdem er 1948 seine eigenen Produktionsfirma gegründet hatte, drehte er seinen ersten Farbfilm, Rope (1948, dt. Cocktail für eine Leiche), mit James Stewart in der Hauptrolle, ein quasi in einen Film umgesetztes Kammerspiel (Einheit des Ortes, der Zeit) um zwei homosexuelle Studenten, die einen Kommilitonen ermordet und in einer Truhe versteckt haben. Besonders spannend inszenierte er nach einem Roman von Patricia Highsmith seinen Film Strangers on a Train (1951, dt. Der Fremde im Zug), über einen scheinbar motivlosen Mord. Als einer der besten Filme Hitchcocks, der 1955 zusätzlich die US-amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, gilt Vertigo (1958, dt. Vertigo – Aus dem Reich der Toten) mit Kim Novak und wiederum James Stewart. Einen weiteren Höhepunkt seines Filmschaffens stellt der heute als Kultfilm geltenden Streifen Psycho (1960) mit Janet Leigh und Anthony Perkins in den Hauprollen dar. Neben seiner Filmarbeit gab er Kurzgeschichtensammlungen heraus und produzierte zwei Fernsehserien, Alfred Hitchcock Presents (1959-62) und The Alfred Hitchcock Hour (1963-65), in denen er dem Fernsehzuschauer unheimliche Kriminalgeschichten vorstellte.

Immer wieder wurden durch seine Filme Schauspielerinnen bekannt, so Alida Valli durch den Film The Paradine Case (1947, dt. Der Fall Paradine), Shirley MacLaine (*1934) durch ihr Filmdebüt in einem der wenigen Filmkömodien Hitchcocks, Trouble with Harry (1955), dt. Immer Ärger mit Harry), wofür sie im selben Jahr mit einem Golden Globe als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde, oder Tippi Hedren (*1930) inThe Birds (1963, dt. Die Vögel) und Marnie (1964). Verheiratet war Hitchcock seit 1926 mit der britischen Cutterin und Drehbuchautorin Alma Reville, die später an vielen der Drehbücher zu seinen Filmen mitarbeitete. In den meisten seiner Filme taucht Hitchcock in irgendeiner Art auf, so z.B. als Spaziergänger (in Notorius geht er am Haus von Alicia Huberman [Ingrid Bergman] vorbei) oder als Zeitungsleser.

Filme u.a.: The Lodger (1926, dt. Der Mieter), Rich and Strange (1931), The 39 Steps (1935, dt. Die 39 Stufen), The Lady Vanishes (1938, dt. Eine Dame verschwindet), Rebecca (1940), Dial M for Murder (1954, dt. Bei Anruf Mord), Rear Window (1954, dt. Das Fenster zum Hof), North by Northwest (1959, dt. Der unsichtbare Dritte), Frenzy (1972).

Auszeichnungen u.a.: Life Achievement Award des American Film Institute für sein Lebenswerk (1979).

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Verbleib der Asche unbekannt

Bilder: Matthias Bauer (08/2006)

Elmshorn, Katholischer Friedhof

Bilder: Matthias Bauer (08/2007)

Federico Fellini

 Quelle: NYWTS

 

Italienischer Filmregisseur; Sohn eines Handelsreisenden; noch während der Schulzeit verfaßte er Artikel u.a. für Wochenzeitung La Domenica del Corriere und die in Florenz erscheinende Wochenzeitschrift 420. 1939 ging er nach Rom - offiziell, um Jura zu studieren, in Wirklichkeit aber wollte er Journalist werden. Dort arbeitete er zunächst bei der Tageszeitung Il Piccolo und später bei der sartirischen Zeitschrift Marc' Aurelio als Journalist und Karikaturist. Beim Radiosender Radiocorriere, für den er u.a. Hörspiele schrieb, lernte er Giulietta Masina, die dort als Sprecherin beschäftigt war, kennen; 1943 heiratete das Paar. Beim Film begann er als Drehbuchautor und Regieassistent und war als solcher maßgeblich an der Entwicklung des Neorealismus beteiligt und arbeitete u.a. mit Roberto Rossellini für Roma, città aperta (1945, dt. Rom, offene Stadt) und Pietro Germi zusammen. Erstmals Regie, allerdings noch in Zusammenarbeit mit Alberto Lattuada, führte er bei dem Film Luci del varietà (1951, dt. Lichter des Varieté). Seine erste selbstständige Arbeit war der Streifen Lo sceicco bianco (1953, dt. Die bittere Liebe). Bekannt wurde Fellini mit La Strada (1954, dt. La Strada – Das Lied der Straße), in dem seine Frau Giulietta die Hauptrolle spielt. Große Aufmerksamkeit - auch wegen der Szene, in der Anita Ekberg (*1931, †2015) in die Fontana di Trevi steigt - erregte er mit dem Film La dolce vita (1959, dt. Das süße Leben), in dem er Kritik an der Dekadenz der italienischen Oberschicht übte. Neben Eckberg wirkte der junge Marcello Mastroianni mit, mit dem Fellini später immer wieder drehte. 1990 drehte Fellini, dessen Filmwerke den internationalen Film stark beeinflußte, seinen letzten Film: La voce della luna (dt. Die Stimme des Mondes).

Filme u.a.: La notte di cabiria (1957, dt. Die Nächte der Cabiria). Otte e mezzo (1963, dt. Achteinhalb), Giulietta degli spiriti (1965, dt. Julia und die Geister), Satyricon (1969, dt. Fellinis Satyricon), Amarcord (1973), Il casanova di Federico Fellini (1976, dt. Fellinis Casanova), Ginger e Fred (1986, dt. Ginger und Fred).

Auszeichnungen u.a.: Praemium Imperiale für sein Lebenswerk (1990), Oscar für sein Lebenswerk (1993).

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Hilde Sicks

 

 

Deutsche Volksschauspielerin; nach einer kaufmännischen Ausbildung erfolgte eine Schauspielausbildung bei dem Schauspieler und Schauspiellehrer Eduard Marks.

1945 hatte sie in dem Stück De politisch Kannengeeter ihren ersten Auftritt bei Richard Ohnsorg an der Niederdeutschen Bühne Hamburg, gefolgt von über 250 Rollen am Hamburger Ohnsorg-Theater und in zahlreichen Gastspielen. Bundesweit bekannt wurde sie durch die Fernsehübertragungen des NDR aus dem Ohnsorg-Theater. Sie wirkte aber auch in Fernsehproduktionen mit, wie z.B. in der Serie Hafenkrankenhaus oder als Wirtin in der NDR-Fernsehserie Haifischbar ; außerdem war sie an zahlreichen Hörspielproduktionen als Sprecherin beteiligt.

1977 kam sie zu einem Gastspiel an das von Liesel Christ 1971 gegründete Volkstheater Frankfurt. In einer Inszenierung des Schwanks Alt-Frankfurt von Adolf Stoltze spielte sie die Rolle der Euphrosine Muffel, die einzige Person des Stückes, die nicht Frankfurter Dialekt spricht, sondern hochdeutsch. Die Produktion wurde vom Hessischen Rundfunk für das Fernsehen aufgezeichnet.

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Bild: Anthony Majanlathi (07/2008)

Rimini, Friedhof

Feldkirchen (Ldkrs. München), Friedhof

Bild: Udo Grimberg (03/2009)

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Hamburg, Friedhof Ohlsdorf

Ruth Drexel

 

 

Deutsche Schauspielerin; wuchs als Älteste von drei Geschwistern in Trostberg im Chiemgau auf; nach einer Ausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München engagierte sie Hans Schweikart an den Münchner Kammerspielen. 1956/1957 war sie Mitglied des Berliner Ensemble von Bertolt Brecht, spielte dann an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin, den Wuppertaler Bühnen, den Staatstheatern von Stuttgart und Darmstadt, am Düsseldorfer Schauspielhaus und ab 1976 am Bayerische Staatsschauspiel sowie 2003 an der Städtischen Bühne Heidelberg. Eine erste Filmrolle übernahm sie 1949 in dem Film Heimliches Rendezvous. In vom Fernsehen übertragenen bayerischen Mundartstücken war sie häufig an der Seite ihres Lebensgefährten Hans Brenner zu sehen. In der Fernsehserie Irgendwie und Sowieso, die der BR 1986 ausstrahlte, verkörperte sie an der Seite vieler populärer bayerischer Schauspieler (-innen) die Bürgermeisterin des in Oberbayern gelegenen fiktiven Ortes Zell. Sie spielte aber auch in Stücken von Maxim Gorki, Federico Garcia Lorca, Shakespeare oder Bert Brecht. Bundesweit bekannt wurde Ruth Drexel allerdings durch ihre Rolle als Resi Berghammer in der von Sat.1 und ORF produzierten Fernsehserie Der Bulle von Tölz, an der Seite von Ottfried Fischer (*1953). Außerdem war die Volksschauspielerin von 1988 bis 1998 und von 1999 bis 2002 Intendantin und Geschäftsführerin des Münchner Volkstheaters sowie 1980 Mitbegründerin der Tiroler Volksschauspiele in Telfs, an denen sie seit 1980 inszenierte und von Ende der 1990er Jahre bis Ende 2008 als deren Leiterin tätig war.

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Pascale Ogier

 

Französische Schauspielerin; Tochter der Schauspielerin Bulle Ogier; studierte zunächst französische Literatur und Film, brach die Studiengänge jedoch vorzeitig ab, um Schauspielerin zu werden. Ihr Debüt als Schauspielerin hatte sie 1978 in einer Nebenrolle in dem Fernsehfilm La vie comme ça (dt. Das Leben wie es ist) von Jean-Claude Brisseau, und noch im selben Jahr engagierte sie Éric Rohmer für dessen preisgekrönten Kinofilm Perceval le Gallois, den er nach dem mittelalterlichen Perceval-Roman des französischen Schriftstellers Chrétien de Troyes realisierte. 1979 spielte sie in seiner Theaterinszenierung La Petite Catherine Heilbronn nach Heinrich von Kleists Novelle Das Käthchen von Heilbronn im théâtre des Amandiers in Nanterre im Rahmen des dortigen Herbstfestivals die illegitime Kaisertochter. Das Stück fand eine große Aufmerksamkeit, da Rohmer kinematographische Techniken einsetzte; so wurden die Gesichter der Schauspieler in Großaufnahme auf Projektionswände übertragen. 1980 war Pascale Ogier in einer Nebenrolle in Mauro Bologninis romantischem Drama La vera storia della signora delle camelie (Die Kameliendame) an der Seite von Isabelle Huppert und Bruno Ganz zu sehen. 1980 spielte sie an der Seite ihrer Mutter in Jacques Rivettes Film Le Pont du Nord (dt. An der Nordbrücke), so eindrucksvoll, daß sie auch Kritikern im Ausland auffiel. Unmittelbar nach ihrer Mitwirkung an Jacques Richards (*1954) Kriminaldrama Ave Maria an der Seite von Anna Karina im Jahre 1984 engagierte sie Rohmer für den vierten Teil seines Zyklus Comédies et Proverbes (Komödien und Sprichwörter), Les nuits de la pleine lune (1984, dt. Vollmondnächte), für den sie bei den Festspielen von Venedig mit dem Darstellerpreis ausgezeichnet wurde. Wenige Wochen später starb Pascale Ogier in der Nacht vor ihrem 26. Geburtstag im Hause eines Freundes an Herzversagen (später berichtete die Medien, sie sei an einer Überdosis gestorben.

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Bild: Kay (10/2012)

Paris, Cimetière du Père Lachaise

Dagny Servaes

Bild: Alexander Binder (vor 1930)no_copyright

 

Deutsch-österreichische Theater- und Filmschauspielerin; Tochter des Schriftstellers Franz Servaes; nach Schauspielunterricht an der Wiener Akademie für Musik und Darstellende Kunst erhielt sie 1912 ein Engagement am Hoftheater in Meiningen. Ab 1913 spielte sie an den renommierten Berliner Bühnen, u.a. am Deutschen Theater, am Lessingtheater und am Staatstheater, und 1916 wirkte sie erstmals in einem Stummfilm mit. 1921 war sie Partnerin Emil Jannings in dem MonumentalfilmDas Weib des Pharao. Anfang der 1920er Jahre wandte sie sich nach einigen kleineren Filmrollen wieder dem Theater zu und unternahm mit dem Max Reinhardt Ensemble von 1926 bis 1928 eine Gastspielreise durch die Vereinigten Staaten. In New York stand sie mit den Stücken Jedermann, Ein Sommernachtstraum, Dantons Tod und Carlo Goldonis Diener zweier Herren auf der Bühne. Der Tonfilm bot Dagny Servaes, die sich 1936 in Wien niederließ, mehr oder weniger nur noch Nebenrollen, so u.a. in dem Musik- und Kostümfilm Nanon an der Seite von Erna Sack und Johannes Heesters. Sie wandte sich daher wieder mehr dem Theater zu: Von 1938 bis 1948 war sie am Theater in der Josefstadt engagiert und spielte 1950 vorübergehend am Volkstheater. Seit 1952 gehörte sie dem Ensemble des Burgtheaters an.

Filme u.a.: Oberst Redl (1924), Grand Hotel (1927), Spiegel des Lebens (1938), Friedrich Schiller – Triumph eines Genies (1940), Die goldene Stadt (1942), Eroica (1949), Maria Theresia (1951), Die Regimentstochter (1953), Der Schandfleck (1956), Oh, du mein Österreich (1959).

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KN (08/2005)

Wien, Grinzinger Friedhof

Harry Fuss

 

Österreichischer Schauspieler; besuchte nach der Matura (Abitur) eine Hotelfachschule, und nach einer kurzen Tätigkeit in einem Hotel wandte er sich dem Theater zu und besuchte das Schauspielseminar in der von Rudolf Beer am Deutschen Volkstheater gegründeten Elevenschule. In der Spielzeit 1935/1936 erfolgte dann ein erstes Engagement am Schauspielhaus in Brünn, gefolgt 1936/1937 von einer Tätigkeit am Theater in der Josefstadt. Von 1937 bis 1939 war Fuss am Schauspielhaus Zürich und 1940/1941 am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert. Zwischen 1942 und 1944 folgten Tätigkeiten an zahlreichen Wiener Bühnen, darunter das Raimundtheater, das Stadttheater und das Renaissancetheater. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat er bis 1947 am Künstlertheater (1945 bis 1947) und am Theater in der Josefstadt (1947/1948) auf. Von 1952 bis 1984 gehörte Fuss dem Ensemble des Wiener Volkstheaters an, wo er in zahlreichen Aufführungen mitwirkte. Neben seiner Tätigkeit am Theater wirkte Fuss nach dem Krieg bis in die 1980er Jahre hinein auch immer wieder in kleineren Rollen in zahlreichen Spielfilmen mit.

Filme u.a.: Kind der Donau (1950), Hallo Dienstmann (1952), Eine Reise ins Glück (1958), Hambacher Frühling (1982).

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Bild: Heinz Knisch (11/2012)

Wien, Friedhof Hernals

Bild: Parsifal von Pallandt (02/2024)
Theater / TV / Film / Show CLIV

Omnibus salutem!