Bilder: Matthias Bauer (2005)

Gert Günther Hoffmann

 

Deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Synchronsprecher; nach einer Kaufmannslehre war er zunächst Sprecher beim Berliner Rundfunk und trat dann im Hebbel-Theater auf. Zwar erhielt er 1951 eine erste Rolle auf der Leinwand, war jedoch zunächst überwiegend in Nebenrollen zu sehen. Erst in den in 1970er Jahren wurde er einem breiteren Publikum durch seine Mitwirkung in Fernsehkriminalserien wie Sonderderzernat K1, in der er den Kommissar Matofski über einen langen Zeitraum hinweg darstellte, oder Die Fünfte Kolonne, Derrick, Der Alte und Der Kommissar, bekannt. Seine markate Stimme jedoch lieh er als Sychronsprecher z.B. den Schauspielern Sean Connery, Paul Newman und Lex Barker oder John Steed in der bekannten Serie Mit Schirm, Charme und Melone bzw. William Shatner, dem Captain Kirk des Raumschiffs Enterprise.

Filme u.a.: Das Bankett der Schmuggler (1951), Liebe ohne Illusion (1955), Am Tag, als der Regen kam (1959), Brennender Sand (1960), Ihr schönster Tag (1961), Um Null Uhr schnappt die Falle zu (1966), Tod im Studio (1972).

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Oberhaching, Friedhof

Paul Edwin Roth

 Bild: Heiko Bockstiegel (~1982)

Deutscher Schauspieler; nach Abschluß der Schulausbildung ließ sich auf Drängen seiner Mutter zum Schauspieler ausbilden, obwohl er eigentlich andere Berufspläne hatte. Sein Bühnendebüt gab er 1939 in Heilbronn, Engagements in Karlsruhe; Heidelberg, Darmstadt und Wiesbaden schlossen sich an. Doch erst nach Ende des Zweiten Weltkrieges konnte er sich am Berliner Hebbel-Theater durch die Darstellung des namenlosen, aus dem Kriege zurückkehrenden Soldaten Beckmann in Wolfgang Borcherts Heimkehrer-Drama Draußen vor der Tür in die Riege der Charakterdarsteller einreihen. Seit den 1950er Jahren widmete sich Roth verstärkt der Arbeit für Film und Fernsehen; zu seinen ersten Kinoproduktionen zählt Josef von Bákys Drama …und über uns der Himmel (1947). Von den Kritikern wird diese Rolle als Roths bedeutendste Darstellung auf der Leinwand angesehen. Es folgten Filme mit meist prägnanten Nebenrollen wie Ingrid – Die Geschichte eines Fotomodells (1955), Das Wunder des Malachias (1961), Und Jimmy ging zum Regenbogen (1971) und Zirkuskinder (1985). Neben seiner umfangreichen Tätigkeit als Schauspieler für Film und Fernsehen war Roth auch ein gefragter Synchronsprecher; so lieh er unter anderem seine Stimme Montgomery Clift, Michel Bouquet, Alan Bates, Arthur Kennedy, Henry Fonda und Rod Steiger. In Erinnerung bleiben darüber hinaus viele Hörspielproduktionen, bei denen er seine markante Stimme einsetzen konnte.

Filme u.a: Kinder, Mütter und ein General (1954), Gestehen Sie, Dr. Corda (1958), Fabrik der Offiziere (1960), Vier Schlüssel (1965), Der Stoff aus dem die Träume sind (1972).

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Bilder: Matthias Bauer (2004)

Wedel b. Hamburg, Waldfriedhof

Fritz Tillmann

 

Deutscher Schauspieler; nach einer Schauspielausbildung an der Immermann-Schauspielschule in Düsseldorf hatte er sein Bühnendebüt in Hagen. 1941 wurde der Beginn seiner Karriere bis 1943 durch seinen Einberufung zum Wehrdienst unterbrochen; nach Ende des Krieges verließ er Breslau, wo er an den Städtischen Bühnen gespielt hatte, und ging zunächst nach Düsseldorf, dann nach Berlin. Bekannt wurde er jedoch durch den Film, für den er besonders in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts viel arbeitete. Er wirkte aber auch für das Fernsehen und arbeitete als Synchronsprecher z.B. für die Schauspieler Henry Fonda, Trevor Howard, Karl Malden oder Jean Marais.

Filme u.a.: Die Heilige Lüge (1954), Herr über Leben und Tod (1954), Der 20. Juli (1955), Ein Mädchen aus Flandern, Anastasia–Die letzte Zarentochter (beide 1956), Herrscher ohne Krone (1957), Dr. Crippen lebt, Gestehen Sie, Dr. Corda!, Der Schinderhannes, Skandal um Dodo, Es war die erste Liebe (alle 1958), Die Gans von Sedan (1959), Mein Mann, das Wirtschaftswunder, Es muß nicht immer Kaviar sein (beide 1961), Das Haus in Montevideo (1963), Dr.med. Hiob Prätorius (1965), Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche (1967), Morgen fällt die Schule aus (1971), Drei Männer im Schnee (1974).

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Sigfrit Steiner

 

Schweizer Schauspieler und Regisseur; studierte zunächst Architektur und arbeitete als Jounalist. Nach einer Lehrzeit am Théàtre de l'Atelier in Paris und Absolvierung der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin erhielt er kleinere Rollen, arbeitete nebenbei in den Studios der Ufa als Statist, gefolgt von Engagements an Schweizer Theatern ab 1935. Von 1939 bis 1957 war er festes Ensemblemitglied am Züricher Schauspielhaus. Sein Filmdebüt hatte er 1938 in einem Streifen namens Füsilier Wipf. In den 1950er Jahren wirkte er vorwiegend in Schweizer Filmen mit, während er später auch in Filmen, die in Deutschland gedreht wurden, auftrat.

Filme u.a.: Die plötzliche Einsamkeit des Konrad Steiner (1975), Der Mond ist nur a nackerte Kugel (1981).

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Bilder: Matthias Bauer (2005)

München, Neuer Südfriedhof

Volkach (Ldkrs. Bad Kitzingen), Friedhof

Bild: Hartmut Busch (2005)

Harald Braun

 

Deutscher Regisseur; Sohn eines Pfarrers; studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Freiburg und Berlin und promovierte zum Dr. phil.. 1937 kam er zur Ufa, wo er zunächst als Drehbuchautor und Regieassistent arbeitete, bevor er erstmals 1942 Regie in dem Film Zwischen Himmel und Erde führte. In dem Streifen Herz der Welt (1952), stellte er das Leben der Bertha von Suttner dar, die 1905 den Friedensnobelpreis für ihr Buch Die Waffen nieder und ihren unermüdlichen Einsatz für den Frieden erhalten hatte. Für den Film Buddenbrooks arbeitet er als Co-Autor am Drehbuch mit.

Filme u.a.: Zwischen gestern und morgen (1947), Nachtwache (1949), Herrscher ohne Krone (1957)

Auszeichnungen u.a.: Filmpreis (1953).

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Gräfelfing, Friedhof

Bild: Hartmut Busch

Fee von Reichlin eigentl. Felizitas Freiin Reichlin von Meldegg

 

Deutsche Schauspielerin; bereits im Alter von nur sieben Jahren debütierte sie auf der Bühne eines Kindertheaters, arbeitete in den 1920 Jahren als Tänzerin in Prag, Dresden und Berlin und beim Rundfunk, trat in Operetten auf, in Lustspielen und im Kabarett. Im Nachkriegsdeutschland spielte sie in München Theater und wirkte später auch in zahlreichen Fernsehserien mit, z.B. Der Alte, Derrick, Eine glückliche Familie. 1987 erhielt sie für ihre Darstellung in Peter Schamonis Kinofilm Schloß Königswald den Bayerischen Filmpreis.

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München, Nordfriedhof

Bilder: Matthias Bauer (08/2007)

Laurence Harvey eigentl. Zvi Mosheh Skikne

 

 

Britischer Schauspieler litauischer Herkunft; jüngster von drei Söhnen einer jüdischen Familie; als er fünf Jahre alt war, emigrierte seine Familie nach Südafrika. 1946 kam er nach London und meldete sich als Schauspielschüler bei der Royal Academy of Dramatic Art an, verließ die Akademie aber bald und begann 1948 seine erfolgreiche Karriere als Filmschauspieler (dabei wählte er auf der Suche nach einem typisch englischen Namen als Künstlernamen “Harvey” - angeblich, weil sein Manager ihn auf die Harvey Nichols Group, ein großer Warenhauskonzern, hingewiesen hatte. Sein Filmdebüt hatte er 1948 in dem Film House of the Darkness, dem mehrere sog. low-budget-movies folgten. Einen Sprung nach vorne machte seine Karriere, als er in Women of Twilight (1952) in der Rolle des Jerry Nolan spielte und die Produktionsfirma Romulus Flms mit ihm einen langfristigen Film schloß. Einem internationalen Publikum wurde er durch Renato Castellanis preisgekrönte Film-Adaption des Dramas von William Shakespeare Romeo und Julia (1954) neben Susan Shentall bekannt. 1955 war er neben der US-amerikanischen Schauspielerin Julie Harris (*1925, †2013) und Shelley Winters in einer turbulenten, kurz vor der heraufziehenden Naziherrschaft in Berlin angesiedelten Komödie zu sehen. Sein Durchbruch beim Film kam mit der Rolle des Joe Lampton in Jack Claytons Drama Room at the Top (1959, dt. Der Weg nach oben) an der Seite von Simone Signoret (für seine Darstellung wurde er für einen Oscar nominiert, während seine Partnerin die begehrte Auszeichnung erhielt.). Im Jahr darauf spielte er die männliche Hauptrolle in dem Filmdrama Butterfield 8 (dt. Telefon Butterfield 8) an der Seite von Elizabeth Taylor, die für ihre Darstellung mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. 1963 wurde er für seine Darstellung des Wilhelm Grimm in dem Film The Wonderful World of the Brothers Grimm (1962, dt. Die Wunderwelt der Gebrüder Grimm), als Bester Schauspieler in der Sparte Spielfilm für denGolden Globe Award nominiert.

Laurence Harvey war dreimal verheiratet.

Filme u.a.: Three Men in a Boat (1956), The Alamo (1960, dt. Alamo), The Long and the Short and the Tall (1961, dt. Sieben gegen die Hölle), Walk on the Wild Side (1962, dt. Auf glühendem Pflaster), Of Human Bondage (1964, dt. Der Menschen Hörigkeit), Darling (1965), The Spy with the Cold Nose (1966, dt. Der Spion mit der kalten Nase), Kampf um Rom (1968, 2 Teile), Night Watch (1973, dt. Die Nacht der tausend Augen).

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Santa Barbara (Kalifornien), Santa Barbara Cemetery

Max Hansen eigentl. Max Haller

Bild: Alexander Binder (1929) no_copyright

 

Dänischer Filmschauspieler, Kabarettist und Sänger; unehelicher Sohn der dänischen Schauspielerin Elly Benedicte Hansen, die zur Zeit seiner Geburt als Eva Haller am Mannheimer Apollo-Theater auftrat, und eines jüdischen Vaters, der anonym blieb. Bereits kurz nach seiner Geburt wurde er nach München in die Obhut von Pflegeeltern gegeben. In München trat er im Alter von 17 Jahren erstmals in der Künstlerkneipe Simliplissimus auf. 1914 ging er nach Wien, wo er in verschiedenen kleinen Theatern als Sänger und Kabarettist in Erscheinung trat. Während des Ersten Weltkieges lebte er bei seiner Mutter in Dänemark, die sich ebenfalls dorthin zurückgezögen hatte. 1919 ging er erneut nach Wienund trat dort 1924 zunächst im Theater an der Wien in der von Hubert Marischka auf die Bühne gebrachte Operette Gräfin Mariza von Emmerich Kálmán in der Rolle des Baron Kolomán Zsupán auf, dann in Berlin im Metropol-Theater. Im selben Jahr gründete er gemeinsam mit den Schauspielern Paul Morgan und Kurt Robitschek dasKabarett der Komiker. Weiterhin erfolgreich aber ist er auf der Bühne: Max Reinhardt verpflichtete ihn für Jacques OffenbachsDie schöne Helena, Erik Charell für Die lustige Witwe. Sein größter Erfolg aber kam mit seiner Rolle als Kellner Leopold in Ralph Benatzkys Singspiel Im weißen Rößl, das 1930 in Berlin uraufgeführt wurde. Mitte der 1920er Jahre begann er zusätzlich eine Karriere als Filmschauspieler in Stummfilmen, aber auch nach Aufkommen des Tonfilm drehte er erfolgreich Filme. Ab 1926 nahm er auch Lieder auf Schallplatte auf, u.a. den frivolen Gassenhauser War’n Sie schon mal in mich verliebt? Seine Karriere in Deutschland endete abrupt, nachdem die Nationalsozialisten die Macht übernommen hatten: Er geriet in deren Visier durch Spottlieder, die er über Hitler und andere Nazi-Größen vortrug. Nachdem er bei der Premiere seines FilmDas häßliche Mädchen im September 1933 von Nazis persönlich bepöbelt und mit Tomaten beworfen wurde, erkannte er das Risiko, weiterhin in Deutschland zu bleiben und ging zunächst nach Österreich und spielte erneut am Theater an der Wien. dorthin holte er 1936 die noch unbekannte Zarah Leander als seine Partnerin. Während sie im “Großdeutschen Reich” Karriere machen wird, emigrierte Max Hansen nach dem “Anschluß” Österreichs an das Reich 1938 nach Kopenhagen. Im selben Jahr ließ er sich von seiner ersten Frau Lizzi Waldmüller scheiden. In Dänemark eröffnete er mit der 24 Jahre jüngeren Britta, die er 1939 heiratete, ein Sommertheater im Glassaal des Tivoli und unternahm Gastspielreisen in die skandinavischen Länder, in die Schweiz und nach Amsterdam. Nachdem die deutsche Wehrmacht im April 1940 auch Dänemark besetzt hatte, besorgte er sich einen gefälschten “Ariernachweis”, um einer möglichen Verhaftung zu entgehen. Er war für den skandinavischen Rundfunk tätig und drehte zwischen 1939 und 1951 in Schweden einige zum Teil recht erfolgreiche Musikkomödien, für die er unter dem Pseudonym ”Sylvester“ auch Lieder komponierte. 1957 kehrte er in das Nachkriegsdeutschland zurück; es gelang ihm jedoch nicht, an seine Vorkriegserfolge anzuschließen, so daß er 1953 enttäuscht nach Kopenhagen zurückkehrte.

Filme u.a.: Husarenfieber (1925), Venus im Frack (1927), Wien, du Stadt der Lieder (1930), Wer nimmt die Liebe ernst...(1931), Der Frauendiplomat (1932).

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Kopenhagen, Vestre Katolske Kirkegård

Bild: Finn Larsen (10/2014)

Hinweis: Max Hansen wurde anonym beerdigt.

Francesca “FannyCerrito

 

Italienische Ballettänzerin und Choreographin; studierte bei dem berühmten italienischen Tänze und Choreographen Carlo Blasis (*1797, †1878), bei dem Franzosen Jules Perrot (*1810, †1892) und später auch bei dem Choreografen, Geiger, Tänzer und Tanztheoretiker Arthur Saint-Léon, dessen Partnerin sie später lange Zeit war und mit dem sie von 1845 bis 1851 verheiratet war. 1832 debütierte sie in Neapel, Nach ihrem Bühnendebüt im Jahr 1832 war sie die meiste Zeit ihrer Laufbahn auf Reisen und gastierte in zahlreichen europäischen Metropolen, u.a. in Wien, Mailand, Paris, sowie in Sankt Petersburg und in Moskau .In London hatte sie einen ihrer spektakulärsten Bühnenauftritte: Im dortigen Her Majesty’s Theatre tanzte sie am 12.7.1845 gemeinsam mit Lucile Grahn, Marie Taglioni und Carlotta Grisi, den berühmtesten Ballerinen ihrer Zeit und ihren größten Konkurrentinnen, das von ihrem Lehrer Jules Perrot choreographierte Ballett-Divertissement Pas de Quatre (Tanz für Vier). Ebenso gefeiert wurde sie 1943 in der Hauptrolle inUndine. einer eigenen Choreographie, ebenso wie in Gemma 1854 an der Oper in Paris. Erst gegen Ende ihrer bemerkenswerten Karriere - sie zog sich 1857 von der Bühne zurück - hatte sie dort ein festes Engagement angenommen. Sie ließ sich dauerhaft in Paris nieder, wo sie ihre aus einer Affäre mit dem spanischen Diplomaten Marquese de Bedmar unehelich geborene Tochter Mathilde aufzog (von Saint-Léon hatte sie sich schon 1851 scheiden lassen, die Verbindung war kinderlos gebleiben). Aber sie blieb bis in ihr hohes Alter hinein weiterhin am Balletgeschehent interessiert und erlobete noch den furiosen Aufstieg des russischen Balletts.

Pas de Quatre (von links nach rechts: Carlotte Grisi, Maria Taglioni, Lucile Grahn, Fanny Cerrito).

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Bilder: Herbert Herterich (10/2014)

Paris, Cimetière de Montmartre

Theater / TV / Film / Show LXXXII

Omnibus salutem!